Motor & Sport

Sahara-Rallye GRAND ERG 2013

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18.05.2013 - Start zur Sahara-Rallye GRAND ERG 2013

Die Rallye Grand Erg findet auch in diesen für Nordafrika so spannenden Zeiten vom 18. Mai bis zum 1. Juni statt. Die Strecke ist ähnelt den Verläufen der Vergangenheit: Reise nach Genua, mit dem Schiff nach Tunis, über Tataouine in das südliche Sperrgebiet bei Bir Aouine zum ganz großen Sandkasten. Von dort über Zmela und Douz wieder zurück in den Norden. Das ganze innerhalb von 11 Etappen. Sinnvollerweise gibt es bei besonders schweren Etappen „Ausstiegspunkte“, so dass Fahrer verschiedenster Qualitäten starten können.
Insgesamt 170 Fahrer verteilen sich auf 29 Teams in Wertung und Challenge sowie 4 privaten Service-Teams Insbesondere die LKW- lasse ist dieses Jahr stark vertreten. Neben dem üblichen Team Britz mit seinem mächtigen MAN KAT 8x8 und dem Team Actiontours rund um Klaas Steinhöfel sind insgesamt 8 Fahrzeuge in der LKW Klasse dabei.  Bei den Geländewagen wird es wohl ein spannendes Rennen geben. Hochgerüstete Prototypen wie der Hekla-Toyota des eams „Tarzahn“ oder das FIA-erfahrene österreichische Vater-Sohn-Team Kastner auf Toyota, ebenso der nach FIA T2 aufgebaute Pajero-V60 vonTeichmann/Braunoder und die Wüstenfüchse Münch/Winter in ihrem G 500 kämpfen mit ambitionierte Amateurteams um den Sieg. Dass man nicht nur mit aufwändig modifizierten Rallyefahrzeugen eine Wüstenrallye bestreiten kann möchte vor allem dasTeam Suzette aus dem Raum Aschaffenburg unter Beweis stellen. Mit insgesamt 4 Suzuki Samurai wird sich das Team durch das Wüstenmeer kämpfen.Gespannt sein darf man ach auf den KIA Retona TD und einen Wolga 212, besser bekannt als Lada Niva.

Anreise nach Genua
Im Gegensatz zum letzten Jahr gelangen die Abfahrt in Genua ohne besondere Vorkommnisse. Auch die organisatorischen Aktivitäten auf der Fähre wie Sicherheits-Briefing oder Radbook-Kurs verliefen wie geplant. Lediglich das Wetter verwunderte: Kälte und Regen – da hatte man den daheimgebliebenen nichts voraus....

Etappe 1 (19.05.2013)
Tunis - Nabeul
Gelebte Demokratie
Die erste Etappe – ohne Speziale – führt eigentlich nur vom Hafen ins Hotel. Der Veranstalter Charakterisiert die Strecke so: 99,9% Asphalt + 0,1% Schotter. Das unterfordert manche dermaßen, dass sie lieber schon die halbe Nacht Richtung Etappenstart in Nabeul vorfahren. Dadurch ersparen sie sich auch das frühe Aufstehen...

Etappe 2 (20.05.2013)
Nabeul - Tataouine
Die erste „echte“ Etappe der Grand Erg 2013 ist die Etappe zwei von Nabeul nach Tataoine. Ohne Höchstschwierigkeiten aber mit der Option auf Höchstgeschwindigkeit dient sie der Einstimmung von Fahrer und Material auf die Belastungen der kommenden Tage. Und das gleich von Anfang an – gleich die ersten 20 Kilometer gehen aufs Material. Das spürt vor allem das Team Isenmann/Heuke, die schon nach 18 Kilometern einen Graben übersehen und mit defektem Verteilergetriebe vom Berge-MAN ins Hotel gefahren werden...
Auch die medizinischen Helfer bleiben von Pannen nicht verschont:. Ohne Ankündigung bricht beim Toyota Land Cruiser von den Jan-Philip und Günter Müller das rechte Vorderrad ab.  Die Etappe gewannen die Landrover-Fahrer Olaf Seip und Alexandra Seip. Der Vorsprung von 19 Sekunden auf Michael Münch und Helmut Winter im Mercedes G. Weitere schlappe 14 Sekunden dahinter die beiden Georg Kastners im Toyota. Die Leistung ist umso bemerkenswerter als die beiden als erste auf die Strecke gingen.

Etappe 3 (21.05.2013)
Tataouine - Tataouine
Die dritte Etappe ist ein Rundkurs um Tataoine auf knappen 130 Kilometern steht die Navigation im Vordergrund. Das Endstück der Etappe beschreiben die Veranstalter so: „Es heißt dann für Doctor Speed und Captain Risk wieder 'pedal to the metal'“. Die Kastners gaben vor dem Start noch einen Einblick in die Taktik: „Wir fahren hinten mit 2,6 bis 3,0 bar“, meint Georg Kastner Junior. „Wir haben nicht so viele Ersatzreifen dabei, und auf den spitzen Steinen fahren wir lieber mit höherem Druck.“ Als erste starten die Vortagessieger Olaf und Alexandra Seip in ihrem beigefarbenen Defender 90. „Wenn wir eine Minute Vorsprung rausfahren könnten, wäre das super“, hofft der Fahrer. Navigatorin Alexandra Seip fand es zwar „anstrengend, heiß und mit vielen Steinen gespickt“, doch die Anstrengung hat sich gelohnt: 11 Minuten vor den Kastners passiert der Land Rover die Ziellinie. Dabei hatten sich die beiden Österreicher „ein wenig vernavigiert“, wie der Senio zugab.
Die beiden Teams belegten erneut die Spitzenplätze. Rang drei ging an Andreas Malzer und Christian Mühlbach im Nissan. Übrigens konnte das Medical-Car weiter teilnehmen. Die Ersatzteile wurden aus Djerba geholt. Für die Mechaniker bedeutete das eine lange Nacht, aber am nächsten Morgen ist medizinische Unterstützung unbedingt nötigt. Denn es geht endlich in das erste große Dünenfeld.

Etappe 4 (22.05.2013)
Tataouine - Bir Aouine
Die Etappe 4 von Tataouine nach Bir Aouine geht 145 Kilometer Spezialprüfung, davon etwa 50 Kilometer über Dünen! Die Organisation hat einen Dünenfinger zu Anfang des Dünenfeldes als Spreu-vom-Weizen-Trenner in die Strecke eingebaut. „So können Wüsten-Rookies rechtzeitig entscheiden, wie er pünktlich zum Sundowner im GE-Außencamp ankommen möchte. Wer möchte kann, von den Notausstiegen gebrauch machen!“, hieß es aus der Orga. Die Etappe war vom Wetter geprägt. In der Nacht zog ein Sandsturm auf, der den feinen Staub vor sich her- und in jede Ritze blies. Alle Teilnehmer waren schnell paniert. Unbeeindruckt von den Umständen kurvten die Seips auf dem anstrengenden Kurs mit Bestzeit ins Ziel. Ihr kurzer Defender war für die Dünen gut geignet. „Als Erster, hätt' ich jetzt ned gedacht“, so Olaf Seip, denn ein Reifenplatzer hatte 10 Minuten gekostet. „Sonst lief alles wunderbar, die Dünen sind super geil.“
4 Minuten 42 Sekunden nach den Seips kamen schon Michael Münch und Helmut Winter in ihrem Mercedes G ins Ziel. Auch die beiden österreichischen Sandhasen Kastner und Kastner büßten einen Reifen ein, kamen dennoch auf Rang drei. Danach lief der Toyota wie ein geölter Blitz durch die Dünen. „Wenn man nicht stecken bleibt, ist es eben nicht die Hölle,“ strahlte Kastner junior der wieder eine gute Zeit herausholte. „Nur zu windig war's, teilweise hat man ja überhaupt nichts gesehen. Trotzdem eine der schönsten Etappen, die ich jemals gefahren bin.“  Begeistert waren auch Christian Mühlbach und Andreas Malzer, obwohl sie lange schaufeln mussten. Zwei Räder hingen in der Luft und nur mit Hilfe vom Team 111 Braun/Teichmann ging es weiter. Christian Mühlbach brachte die Situation auf den Punkt. „Es war eine Kombination aus Unvermögen und Pech, gepaart mit Leichtsinn.“ Sie kamen auf den vierten Rang.

Etappe 5 (23.05.2013)
Bir Aouine - Bir Aouine
In der ersten Nacht im Außencamp kommt endlich echtes Wüstenfeeling auf. Die fünfte Etappe ist wieder ein Rundkurs. 178 Kilometer Spezialprüfung – und etwa 30 Kilometer Dünen. Für wen das wenig klingt gibt es eine klare Ansage aus dem Oganisationsteam: „Nur 30 km Dünen?“ – ABWARTEN!!! Wir reden hier nicht vom Kamelpfad in Ksar Ghilane. Die Dünen in Bir Aouine sind schon immer sozusagen das Persil der Sahara: doppelt so ergiebig wie normale Dünen …“ Anders als am Tag zuvor herrscht auf dieser Etappe absolute Windstille. Der Himmel strahlt schon beim Zähneputzen. Aber: ohne Wind gibt es die Hitze – die Wüste ist eben nicht einfach. Das spüren gleich am Eingang in die Dünen die Teams Teichmann/Braun, Münch/Winter und selbst die Kastners haben erstmal Probleme mit den Sandmengen.

So hat auch der Berge-KAT schon am Anfang der Etappe viel zu tun. Einige Teilnehmer mit größeren Fahrzeugproblemen blieben sogar über Nacht im Dünenfeld. Dabei natürlich immer unter dem wachsamen Auge des Orga-Teams. 

Den schnellsten Weg durch die Dünen fand erneut das Team Seip. Nebenbei waren sie bei der spaßeshalber durchgeführten Radarmessung auf dem Rollfeld kurz vor der Zeileinfahrt mit 123 km/h auch noch die Schnellsten. Die Verfolger vom Team Malzer/Mühbach ärgerten sich über zwei unnötige Hänger im Sand. „Es ist gut, wenn man einen 8x8 hinter sich hat, der einen rauszieht“, so Andreas Malzer. Das Schaufeln hat ihnen der KAT vom Team Britz zwar erspart, doch die ehrgeizigen Nissanfahrer wollten eigentlich Zeit auf den Spitzenreiter aufholen. „Scheißdreck, den Seip ned eingeholt,“ grummelte Christian Mühlbach im Ziel.
Das Team Britz brettert derweil mit ihrem schweren Fahrzeug nur wenig später als Dritter durchs Ziel: „Die ersten Dünen haben wir uns platt gefahren, das wurde aber schnell gerichtet und ansonsten lief's gut. Gestern haben wir uns schwerer getan, weil die Vorderachssperren nicht gingen“, so Naviagtorin Jutta Britz. Aufgehalten hatte sie nur das zweimalige Freiziehen von Team Malzer.
Das Team Kastner kommt am Ende zwar als Viertes im Ziel an, muss in der Zeitmessung aber einige Federn lassen. „Es begann mit der Ausfahrt in die falsche Richtung“, erzählte Kastner junior amüsiert über die Pannenserie. „Bei der zweiten Düne sind wir dann hinten aufgesessen, sehr peinlich. Danach sind wir auch noch an einem Kamelgrashügel aufgesessen - viel Zeit verloren aber ansonsten ging es gut.“
Die nächsten Etappen führen den Tross in die Nähe des militärischen Sperrgebietes, wo immer mit abenteuerlichen Zwischenfällen und zusammentreffen mit der Staatsmacht zu rechnen ist.

Stage 6 (24.05.2013)
Bir Aouine - Zmela
Die sechste Etappe besteht fast nur aus 129 Kilometern Spezialprüfung. Erst die letzten 35 davon führen durch hohe Dünen. So kann jeder noch die Heizstrcke auf dem Weg dorthin genießen. Laut Veranstalter „kriegt man da das Grinsen nicht aus dem Gesicht.
Als erste der Etappe kommen wieder die Seips im Camp an. Dabei seien sie auf der Piste nur gehoppelt, meint Olaf Seip. Doch die hohen, langen Dünen auf dem Weg direkt ins Camp ließen den Landy-Fahrer strahlen. „Diese tiefen Dünentäler – du siehst nur noch Sand, Sand, Sand.“ Als Zweite sehen Oberberger und Grabatsch die Zielflagge. „Es lief Bombe. Und alles hat gepasst. Das erste Stück war schnell, viel Navigation – und später bewies sich Alex wieder als ein echter Sandfuchs“, grinst Holger Grabatsch. Die gute Position verdanken sie allerdings auch der schwächelnden Konkurrenz. „Wir sind vom sechsten Platz gestartet und relativ schnell aufgefahrenen, weil der vor uns nicht so schnell konnte“. Malzer und Mühlbach mussten den Werkzeugkasten schon ausräumen, bevor es überhaupt in den Sand ging. Den verpassten sie und bekamen dafür eine heftige Strafzeit verpasst.
Das Team Winter und Münch im weinroten G 500 war mit der Etappe dagegen voll zufrieden: „Das war super und wunderschön. Alles problemlos, kein Reifenplatzer, kein Festfahren,“ so Navigator Helmut Winter. „Es ist doch schön, wenn man in den Dünen noch ein paar PS ausspielen kann. Die Vorderachse ist allerdings schon krumm, deshalb sind wir langsam durchgefahren“, freute sich Michael Münch. Eine Naturgewalt der besonderen Art bekamen die Teilnehmer von den drei Trucks von Klaas Steinhöfel, Ralf Britz und Alexander Paaß geboten. Unter infernalischem Gebrüll der Diesel-Motoren prügelten die drei ihre Ungetüme über die letzten Meter bis zum Ziel. Und mittendrin sieht man auch den Kuhflecken-Toyo der Kastners immer wieder auftauchen. Wild donnert der Tross direkt aufs Camp zu. Am Ende kann Klaas Steinhöfel seine Nase knapp vor den Paaß-Dreiachser setzen. Dann die Kastners, und erst als vierter im Quartett rauscht mit gewaltigem Getöse der 8x8-Kat der Britzens heran. Was für eine Show.

Etappe 7 (25.05.2013)
Zmela - Zmela (Sonderprüfung)
Nach dem die Hälfte der Spezialetappen bereits geschafft ist, steht auf der achten Etappe eine Sonderprüfung an. Als Lockmittel wirft der Veranstalter einen Sachpreis, jeweiligen Sieger der Gruppen an. Um den 500-Euro-Gutschein von Vision-X bemühen sich aber nur sechs Wagen. 40 Grad im Schatten und die Strapazen der letzten Tage fordern ihren Tribut.
Peter und Benjamin Kluge eröffnen den Wettkampf in ihrem kurzen Toyota. Ihnen dicht auf den Fersen bleiben Torsten Buettner und Claudia Paaß in ihrem dreiachsigen MAN. Es folgen Jörg Hoffmann und Clemens Clausing im roten Discovery, Heike Elfenthal in ihrem Toyota, Bernd Nehmeyer und Michael Pohl im großen Stinktier Ford Ranger sowie die Nagys im KAT. Die Sieger erhalten wie versprochen von Rallyeleiter Jörg Russler einen 500-Euro-Gutschein der LED-Spezialisten Vision X überreicht – bei den seriennahen Geländewagen der Klasse T2 dürfen sich die Kluges freuen, bei den LKW machen Paaß/Büttner das Rennen.

Etappe 8 (26.05.2013)
 Zmela - Douz
Wer nach dem halben Ruhetag unter Sandentzug litt – dem wurde auf der achten Etappe geholfen. Sand in unterschiedlichster Darreichungsform konnten die Teams genießen. Die Etappe steigt gleich zu Beginn in die Dünen ein – und dort erwischte es auch sofort die ersten Fahrer, die ihre kostbare Zeit mit Sandblechen und Schaufeln verschenken müssen. Aber alle hatten das Ende der Etappe vor Augen – dort wartete ein Hotel mit Dusche und Bar! Nach vier Tagen Camp freuten sich alle darauf.
Als Erste kamen diesmal Münch/Winter im Mecedes G an. Die beiden waren euphorisiert: „Das war ein geiles Rennen, was wir uns da geliefert haben“, schwärmte Michael Münch am Ziel im Kamelstadion von Douz. „Wir haben ja Getriebeprobleme, ich muss laufend in die Untersetzung und wieder hoch. Aber es hat wunderbar funktioniert.“ Nur knapp hinter den beiden schälen sich zwei Land Rover aus dem letzten Dünenstück. Seip und Oberberger liefern sich im Zielanflug ein Kopf-an-Kopf-Finish. Olaf Seip nahm als erster das Gas raus: „Wir haben schön langsam gemacht, dass wir auch ankommen.“ Die Erinnerungen von 2012 waren zu bitter, da war bei einem Überholmanöver der Motor an seine Grenzen gestoßen. Entspannt und strahlend auch das Team Oberberger/Grabatsch. „War gut, nicht verfranst, keinen Navigationsfehler gemacht, schön Gas gegeben“, so das lakonische Fazit von Co-Pilot Grabatsch. Der Sand von Douz ist immerhin berühmt berüchtigt, da weicher und weißer als sonst auf der Grand Erg. „Es blendet, man sieht die Konturen nicht mehr. Das war schon interessant.“ 
Die Kastners fuhren über weite Strecken mit anderen Teams. „Wir haben die meiste Zeit nur den riesigen 8x8 der Britzens gesehen, mit dem haben wir uns ein echtes Rennen geliefert. Aber wir waren am Ende schneller“, zwinkerten die Kastners. Die Rallye bleibt spannend. Doch am ersten Hotelabend nach vier Tagen im Sand zählt nun vor allem eines: Der große Swimming-Pool.

Etappe 9 (27.05.2013) Douz - Ksar Ghilane - Douz
Die neunte Etappe führt über 156 Kilometer von Ksar Ghilane nach Douz. Unterwegs gibt es vor allem Sand zu sehen. Die Veranstalter priesen diese Etappe mit den Worten an: „ Mal kann der Beifahrer schaufeln, mal kann der Fahrer zeigen, was er in den letzten Tagen bezüglich Driften gelernt hat.“
Schon am Start war zu sehen, was die Stunde geschlagen hatte: der stetige Wind trieb den weißen Sand wie Wasser über die Piste. Wagen für Wagen startete auf den großen achtförmigen Rundkurs. Als erster blubberet der G500 von Michael Münch und Helmut Winter über die Startlinie. Kurz darauf folgen die Kastners und die beiden kurzen Defender von Grabatsch/Oberberger, dahinter die Eheleute Seip.
Nur zweieinhalb Stunden später kann Rallyeleiter Jörg Russler in der Ferne Münch/Winters G500 ausmachen. Die beiden sind begeistert: „Vor allem in den Dünen haben wir richtig Spaß gehabt. Die Mondlandschaft hier ist traumhaft.“ Kurz danach erreichen die Kastners das Ziel: „Obwohl die Sicht schlecht war, konnten wir die Führenden die meiste Zeit erkennen.“ Kurze Zeit später donnern auch Malzer/Mühlbach und das schwarze Ungeheuer, der 8x8 aus dem Saarland heran. Doch wo bleiben die Gesamtführenden, die Seips und wo das Team Oberberger/Grabatsch?. Erst nach mehr als einer halben Stunde hoppelt das Duett der beiden 90er Defender zum Ziel. Eine Bergeaktion und eine defekte Steckachse kostete die Seips 38 Minuten. „Wir haben eben noch den Tobi Teichmann mit zwei Defender geborgen. Der saß so fest.“ Alexander Oberberger kommentiert die heutige Etappe so: „Sie war kurz aber hart. Ich fand es sehr anstrengend.“ Noch haben Olaf und Alexandra Seip komfortablen Vorsprung von über knapp zwei Stunden. Doch der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist vorerst mal dahin. Und die nächste Etappe ist der Action-Rundkurs um Douz.

Etappe 10 (28.05.2013) Rundkurs Douz x4
Die zehnte Etappe ist ein 145 Kilometer Rundkurs um Douz.Nach dem durchweg positiven Echo auf die Einführung eines Mehr-Runden-Rennens bei der Grand Erg 2012, haben die Veranstalter das Konzept noch ein wenig verfeinert: Die Strecke ist kürzer und schneller, dafür geht es vier mal am johlenden Publikum im Kamelstadion von Douz vorbei. Ein Sechstel davon ist Sand. Schon der Morgen im Kamelstadion von Douz bringt die erste Überraschung. Ernst Rübsam ist zurück. Er hat die Nacht genutzt, um seinen längst verloren geglaubten Lada Niva zu reparieren. Jetzt steht er mit neu eingeschweißter Hinterachse am Start und will zumindest eine der vier Runden von Douz mitfahren.
Gestartet wird übrigens parallel. Jeweils zwei Fahrzeuge jagen gemeinsam aus dem Stadion. Das ist spektakulär für die Zuschauer. Spektakulär war auch der Rennverlauf. Geprägt von vielen Defekten wirbelte er das Gesamtklassement durcheinander.
„Es gibt Tage da gewinnst du, und es gibt welche da verlierst du. Heute ist so ein Tag“, sagt Michael Braun vom Team 111 traurig. Der Misubishi von ihm und Fahrer Tobias Teichmann verlor ein Rad und dann sogar den Kotflügel. Schon nach Runde eins war ihr Auftritt zu Ende. Das Führunsduo Seip/Seip schaffte es immer hin bis zur dritten Runde, bevor ein Motorschaden zuschlug. Dabei stand ihnen bei zwei Stundn Vorsprung in der Gesamtwertung der Sieg schon vor Augen! Wenig trösten konnte da, dass auch die direkten Verfolger Münch/Winter schon nach der ersten Runde wegen technischer Probleme aufstecken mussten. „Keine Chancen - durch die Dünen ohne Allrad. Wir sind ja schon auf ebener Strecke hängengeblieben“, erklärte Fahrer Michael Münch. . Der G500-Fahrer tippt jetzt im Rennen um den Gesamtsieg auf die Kastners im Toyota. Die liefern heute nämlich ein sensationelles Rennen ab, obwohl nicht alles von Anfang an glatt lief: „Auf der ersten Runde hatten wir ein kleines Navigationsproblem, da haben wir uns gleich dreimal verfahren.“ Navigator Kastner senior wollte es nur als Flüchtigskeitsfehler gelten lassen. Immerhin konnten sie sich Position um Position nach vorne arbeiten und so rauschten die Österreicher als zweites Fahrzeug durchs Ziel. Noch besser läuft es heute für Andreas Malzer und Christian Mühlbach, die mit dem Messer zwischen den Zähnen durch die Dünen jagen und am Ende das Ziel als erstes erreichen. „Ohne Schäden, hat gepasst. War aber anstrengend“, so Fahrer Andreas Malzer. Für Navigator Christian Mühlbach war nur die erste Runde mühsam, „danach kannst dich ja nicht mehr verfahren, du hast ja deinen Track, dem fahrst einfach hinterher.“ Neuer Gesamtführender ist der Publikumsliebling – der MAN der Bitzens. Ralf Britz kannte auf dem Rundkurs nur eine Taktik: „Gas, Gas, Gas, Gas und nicht bremsen“, strahlte der Saarländer, der die letzten sechs Kilometer mit einem platten Reifen zu Ende fährt. Geärgert hat er sich nur über verlorene Zeit, denn auf „vier Runden haben wir uns vier mal verfahren, obwohl es ein Rundkurs war“. Das Rennen bleibt also spannend. Erst morgen auf der letzten langen Etappe nach Nabeu wird sich entscheiden, wer die Grand Erg 2013 gewinnt.

Etappe 11 (29.05.2013) Douz - Nabeul
Die letzte Etappe zum Club Aldiana ist mit fast 500 Kilometern zwar sehr lang, aber die Spezialprüfung mit 60 Kilometern wiederum eher kurz. Aber Landschaftlich zeigt sich Tunesien hier zum Abschied noch mal von der besten Seite: die „West-Passage“ über den kleinen Salzsee sowie eine atemberaubender Berg-Überstieg bieten eindrucksvollste Anblicke. Das Finale der Grand Erg 2013 bietet besten Rallye Sport. Die Familie Britz will ihre nicht einmal zehn Minuten Vorsprung auf das Verfolgerfeld mit ihrem 8x8 verteidigen. Aber auf 60 Kilometern könnte der Toyota der Kastners durchaus die Zeit auf den MAN gut machen.
Und zunächst läuft es auch gut für die Österreicher. Doch kurz vor Ende der Etappe streikte der Motor des schwarz-weißen Toyotas. Nach zwölf Jahren treuen Rallyediensten quittiert das wohl zuverlässigste Mobil der Grand Erg den Dienst. Ausgerechnet das Team Seip, das so lange die Rallye dominierten, kommt zu Hilfe. Deren befürchteter Motorschaden entpuppte sich in der Nacht als Kabelproblem. So können sie den Kastners helfen und schleppen sie mit Karacho in Richtung Ziel. Doch der Vorsprung des schwarzen Saarländer MAN ist zu groß. Ralf Britz holt alles aus dem 600-PS-Boliden heraus, und Ehefrau Jutta navigiert fehlerfrei. Das reicht für den verdienten Gesamtsieg. Das Team Kastner und Kastner schafft es noch auf den zweiten Platz. Als Dritte fahren Alexander Oberberger und Holger Grabatsch auf das Podest.
Und trotz der Strapazen und der vergangenen Tage sieht man kein Gesicht, das nicht über beide Ohren lacht. Ob Sieger oder nicht – feiern werden heute Abend alle ausgelassen.

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